English program

Curcumin als effizientes Arzneimittel: Neue Entwicklungen und Anwender-Erfahrungen

Kurs 86

Dr. sc. hum. Rebekka Zirbel, Heilbronn, et al.
09:00 - 13:00 Uhr
Kongresshaus, Sitzungsraum 10 (2. OG)
Vormittag Sitzungsraum 10 (2. OG)
* Mit freundlicher Unterstützung der Firmen CuraFaktur GmbH & Co. KG; jenCluster GmbH; Klinik im LEBEN GmbH und Stiftung Albumin-Carrier-Therapie
 

Der sekundäre Pflanzenstoff Curcumin rückt als parenterales Arzneimittel durchschlagend in den Fokus therapeutischer Anwendungen. Der breite Einsatzbereich erstreckt sich von onkologischen Erkrankungen, bis hin zur Behandlung chronisch entzündlicher Erkrankungen.
Für den effizienten Einsatz als Infusion soll der Wirkstoff Curcumin in eine lösliche, therapeutisch wirksame und dabei gut verträgliche Form gebracht werden. Dies gestaltet sich als Herausforderung, da Curcumin in Wasser ohne weitere Zusätze praktisch unlöslich ist.
Das Seminar verschafft einen Überblick über die unterschiedlichen Entwicklungen, dieses Ziel zu erreichen. Die resultierenden Rezepturen und Curcumin-Wirkkomplexe werden aus wissenschaftlicher Sicht vorgestellt. Insbesondere wird aber auch deren Einbindung in Therapiekonzepte aus der Anwender-Erfahrung heraus dargestellt. Referenten und Teilnehmer diskutieren über ihre Anforderungen an Curcumin als parenterales Arzneimittel. 

9:00–9:05 Uhr

Begrüßung und Einführung in die Thematik
Dr. sc. hum. Rebekka Zirbel, Heilbronn 

9:05–9:45 Uhr

Curcumin – Eigenschaften, Wirkungen und neue Entwicklungen
Dr. rer. nat. Beatrice Engert, Jena

 

Der Pflanzenstoff Curcumin ist eine Substanz mit weitem Wirkungsspektrum. Die strukturellen Eigenschaften des Curcumins bedingen die Aufnahme und Metabolisierung im Körper. Für den effizienten Einsatz als Infusion soll der Wirkstoff Curcumin in eine lösliche, therapeutisch wirksame und dabei gut verträgliche Form gebracht werden. Es wird der Stand der Entwicklungen, die Schwierigkeiten, die sich daraus ergebenen Möglichkeiten und Perspektiven präsentiert.

9:45–10:30 Uhr

Praktische Erfahrungen mit Curcumaextrakt parenteral im Konzept der Behandlung von chronischen Entzündungen und Krebs mit Fallbeispielen
Dr. med. Uwe Reuter, Greiz/Vogtland

 

Der Einsatz von parenteralem Curcumin im Rahmen der Biologisch- integrativen Behandlung von chronischen Krankheiten und Krebs hat eine neue Intensität der Therapie ermöglicht. Es werden Vorgehensweisen, Kombinationsmöglichkeiten und Wirkungen beim Patienten dargestellt. Anhand von Fallbeispielen können therapeutische Ansätze und die Integration von Curcumin in Behandlungskonzepte und deren Erfahrungen verdeutlicht werden. Insbesondere auf die bessere Wirkung und Reduzierung von Reaktionen durch Kombination mit anderen Stoffen wird eingegangen.

10:30–10:50 Uhr

Pause und Besuch der Fachausstellung

10:50–11:20 Uhr

Albumingebundenes Curcumin – eines der Potenziale der Albumin-Carrier-Therapie
Michael Denck, Frankfurt

 

Die Grundlagenforschung zu Albumin als Träger von Wirkstoffen in der Tumortherapie ist weitgehend abgeschlossen. Der Schwerpunkt der Forschung des DKFZ konzentrierte sich in den 1990er Jahren auf die Kopplung von Methotrexat (MTX) an Albumin. Neben MTX können aber auch viele Naturstoffe – darunter Curcumin – an Albumin gebunden werden und in der Behandlung von Tumor- und entzündlichen Erkrankungen zum Einsatz kommen. Dadurch erhöht sich das therapeutische Fenster von Curcumin auf mehrere Tage. Die Stiftung Albumin-Carrier-Therapie hat Curcumin-HSA entwickelt und gibt ihr Wissen an qualifizierte Herstellbetriebe weiter.

11:20–11:50 Uhr

Curcuma aus biologischer Sicht: Rationale der Wirkung von Pflanzenstoffen auf das humane Immunsystem
Dr. sc. hum. Rebekka Zirbel, Heilbronn
Primäre Pflanzenstoffe dienen der Aufrechterhaltung des eigenen Stoffwechsels und dem Wachstum. Sekundäre Pflanzenstoffe wurden über die Evolution hinweg entwickelt, um die Vermehrung der eigenen Art zu sichern und Feinde abzuwehren. Die Curcuminoiden gehören zu dieser vielseitigen Gruppe, die das humane Immunsystem auf gleich mehreren Ebenen beeinflussen.
Die therapeutische Wirkung von Digitalis oder Atropin ist in der Welt der Evidenz basierten Medizin unumstritten. Die heilsame Wirkung des Rhizoms der Curcumapflanze ist über Jahrtausende in der Volksmedizin beschrieben und ist Grundlage vieler wissenschaftlicher Veröffentlichungen.
Erkenntnisse aus der molekularen Biologie und Immunologie bilden die Rationale für einen erfolgreichen Einsatz von Curcumin bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen, akuten Infektionserkrankungen und besonders in der Onkologie. Eine Übersicht über die Wirkmechanismen begründet den vielseitigen und unverzichtbaren Einsatz in der Medizin.

11:50–12:30 Uhr

Curcumin, schlecht löslich, aber eine gute Lösung für Probleme bei ambulanten onkologischen Therapien
Dr. med. Wulf-Peter Brockmann, Hamburg

 

1. Probleme bei der Löslichkeit und Folgen für Therapien in der Praxis
2. Warum Curcumin in der onkologischen Praxis trotzdem möglichst intravenös angewendet werden sollte.
3. Es werden Beispiele guter Therapieergebnisse gezeigt, aber immer eingebettet in andere onkologische Therapien.
4. Was spricht für die Kombination von Curcumin mit MTX-HSA? Was könnte man hierfür eine notwendige Voraussetzung sein?

12:30–13:00 Uhr

Fallberichte und Diskussion