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Workshop Gesundheit aus dem Meer

Algen: Chlorella als Vitamin B12 Quelle - marines Jod - Fucoidan in der komplementären Tumortherapie - Algen + Mikrobiom - Die nordische Küche

Kurs 55

Dr. med. Bettina Hees, Hamburg/Dipl.-Biol. Jörg Ullmann, Klötze/Dipl.-Biol. Dominik Hoffmann, Balve
09:00 - 13:00 Uhr
Kongresshaus, Sitzungsraum 9 (2. OG)
Vormittag Sitzungsraum 9 (2. OG)
* Mit freundlicher Unterstützung der Firmen MTS Marine Therapy Solutions GmbH, Hamburg, Roquette Klötze GmbH & Co. KG, Klötze und HLH Biopharma Vertriebs GmbH, Balve
 

Marines Jod – Gesundheit, Intelligenz und Schutz vor Autoimmunerkrankungen und Brustkrebs
Dr. med. Bettina Hees, Hamburg

 

Jod ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das mit der Nahrung aufgenommen werden muss. Jodmangel und daraus entstehende Beschwerden und Erkrankungen sind ein weltweites und zunehmendes Gesundheitsproblem bei Schwangeren, Kindern und Erwachsenen, vor allem in Europa und den USA. Jodmangel entsteht, wenn mit der Nahrung zu wenig Jod zugeführt wird oder Jod aus dem Körper verdrängt wird, z.B. durch Chemikalien oder Mischungen von Chemikalien in der Umwelt. Diese stammen aus der Industrie, Arzneimittelrückständen und Abbauprodukten im Wasser, Pestiziden und Insektiziden in Lebensmitteln, Hormonen, Konservierungs- und Lebensmittelzusatzstoffen, Weichmachern und Schwermetallen.
Jodmangel-Erkrankungen der Schilddrüse wie der Kropf sind das bekannteste Beispiel einer Unterversorgung mit Jod, aber auch Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, verringerte kardiale Leistungsfähigkeit, chronische Erschöpfung, Gewichtszunahme, Haarausfall, unerfüllter Kinderwunsch, Zyklusstörungen und Schmerzen, Spannungen und Zysten in der Brust können Zeichen eines Jodmangels sein. Aktuelle Studien konnten ebenfalls nachweisen, dass ein Jodmangel in der Schwangerschaft zu einer verminderten kognitiven Leistungsfähigkeit der Kinder führt. Jodmangel wird ebenfalls mit der Zunahme von Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse sowie der Entstehung von Brustkrebs in Zusammenhang gebracht.
Es gibt nur wenige natürliche Jodquellen, das sind Meeresfische wie Kabeljau und Seelachs, Garnelen und Muscheln aber vor allem Meeresalgen. Meerwasser hat einen Jodgehalt von 50 bis 60 μg/L, während die Jodkonzentration im Ackerboden nur bei 1,8 bis 8,5 μg/L liegt. Meeresbraunalgen gehören zu den stärksten Jodakkumulatoren unter allen lebenden Systemen. Sie nutzen Iodid als einfaches, anorganisches Antioxidans und speichern als einzig verfügbare natürliche Quelle zusätzlich molekulares Jod, wichtig für den Schutz der Brust.
Jod und seine Stoffwechselprodukte spielen im Brustgewebe offenbar eine ebenso entscheidende Rolle in der Wachstumsregulation und der Entstehung von Krebszellen wie in der Schilddrüse. Dies gilt vor allem für molekulares Jod, das es nur in Meeresalgen gibt und das in der Brustdrüse im Vergleich zu Iodid wesentlich effektiver in der Verminderung duktaler Hyperplasien und perilobularer Fibrosen wirkt, und das bei gleicher Dosierung. In Tierversuchen konnte gezeigt werden, dass die konstante Zufuhr von Jod aus Meeresalgen, nicht aber Kalium-Jodid (z.B. als Zusatz in Speisesalz) in der Nahrung die Entstehung von Brustkrebs um 70% signifikant reduzierte. Es gibt inzwischen zahlreiche Studien, die zeigen, dass eine ausreichend hohe Zufuhr von natürlichem Jod nicht nur für eine gesunde Schilddrüse wichtig ist, sondern auch vor Brustkrebs schützen kann.
Viele Menschen verfallen nahezu in Panik, wenn man sie auf das Thema Jod anspricht. Dies ist auch die Folge einer seit Jahrzehnten bestehenden Desinformation. Der Vortrag klärt auf und präsentiert aktuelle klinische Studienergebnisse zu Jod aus Meeresalgen als einzig verfügbare natürliche Quelle von Jod in der Therapie und Prävention von Gesundheit.

 

Mikroalgen und ihr therapeutisches Potential
Dipl.-Biol Jörg Ullmann, Klötze

 


Energiekick für die Mikrobiota - Probiotika meets Alge
Inga Maria Schäfer, Balve

 

Probiotische Produkte und Präbiotika sind mittlerweile in der naturheilkundlichen Medizin nicht mehr wegzudenken. Die Studienlage hat sich qualitativ & quantitativ stark verbessert und bringt immer mehr Erkenntnisse hervor, welchen Stellenwert die Darmmikrobiota darstellt.
Nicht nur Erkrankungen, die den Magen-Darmtrakt betreffen, sind mittlerweile im Fokus, sondern auch
Stoffwechselerkrankungen und eine ganze Reihe neurologischer Beschwerden scheinen mit einer Darmdysbiose einher zu gehen. Der therapeutische Einsatz probiotischer Bakterienstämme sorgt für immer mehr Aufsehen in klinischen Studien.
Um das Wachstum der Darmmikrobiota zu unterstützen setzt man häufig sogenannte Präbiotika ein. Algen wirken präbiotisch, aufgrund ihrer Zellulosehülle, die vom Körper nicht aufgenommen werden kann. Aber nicht nur das: ihre Zellulose enthält den Stoff Sporopollenin. Dieser Stoff ist in der Lage Schwermetalle zu binden und auszuleiten. Algen dienen nicht nur der Ausleitung. In unseren täglichen Nahrungsmitteln finden sich mittlerweile 60-70% Algenanteile. Algen sind durch ihren hohen Gehalt an Proteinen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren und hohen Anteilen an Vitaminen und Mineralstoffen in der naturheilkundlichen Therapie nicht weg zu denken.
Erfahren Sie in diesem Vortrag, weitere ernährungsphysiologische Zusammenhänge in Bezug auf die Darmgesundheit und wie Sie in der täglichen Praxis wirkungsvoll mit Probiotika und Prebiotika arbeiten können.