English program

Immuntherapie: Zielgerichtete Diagnostik, individualisierte Arzneimittel und Monitoring des Therapieerfolgs

Kurs 84

Dr. sc. hum. Rebekka Zirbel, Heilbronn, et al.
09:00 - 12:30 Uhr
Kongresshaus, Sitzungsraum 2 (1. OG)
Donnerstag, 01.11.2018 Sitzungsraum 2 (1. OG)
 
09:00 - 09:05 Uhr

Begrüßung und Einführung
Dr. sc. hum Rebekka Zirbel, Heilbronn


09:05 - 09:45 Uhr

NADH (Coenzym-1) und seine therapeutischen Wirkungen bei Krebs, Diabetes und ADHS
Univ.Prof. Dr. Dr. Jörg George Birkmayer, Wien (Österreich)
NADH (Coenzym-1) ist das wichtigste Coenzym im menschlichen Organismus und katalysiert mehr als 1000 Stoffwechselreaktionen. Seine wichtigsten biologischen Funktionen sind 1. Treibstoff der zellulären Energieproduktion 2. Reparatur von DNA und geschädigten Zellen, 3. starkes biologisches Antioxidans, 4. Aktivierung des Immunsystems, 5. Stimulation von Nitroxyd. Alle diese NADH Wirkungen haben positive Wirkungen auf mitochondriale Erkrankungen. Dazu gehören neben vielen neurologischen Krankheiten, wie Muskeldystrophie, Parkinson, Alzheimer Demenz auch Krebs, Diabetes und ADHS. All diese Krankheiten basieren auf einem Mangel an ATP, der gespeicherten Zellenergie in chemischer Form. NADH kann die zelluläre ATP Konzentration signifikant erhöhen und damit die Symptome dieser Krankheiten verbessern oder sogar Heilung herbeiführen.

 

09:45 - 10:25 Uhr

Präzisionsdiagnostik für Präzisionsmedizin
Dr. med. Dr. rer. nat. Saskia Biskup, Tübingen

 

Grundlage der individualisierten Immuntherapie ist die Erkenntnis, dass die Erbinformation jedes Tumors individuelle Mutationen enthält, die Proteinveränderungen bewirken. Diese Veränderungen im Erbgut des Tumors können mittels moderner Hochdurchsatzsequenzierung detektiert werden und für Immuntherapien therapeutisch genutzt werden. Das Immunsystem ist generell in der Lage körpereigene von körperfremden Strukturen zu unterscheiden und somit auch Tumorzellen mit veränderten Proteinen zu erkennen. Dem zugrunde liegt das Prinzip, dass jede Körperzelle kontinuierlich die Proteine in ihrem Zellinneren in kleine Fragmente (Peptide) abbaut. Nach der Bindung an sogenannte HLA Moleküle, werden diese Peptide auf der Zelloberfläche präsentiert und können dort von den T-Zellen des Immunsystems überprüft werden. Enthalten die präsentierten Peptide aufgrund von Tumor-spezifischen Mutationen Veränderungen, kann das Immunsystem diese sogenannten Neoantigene als körperfremd detektieren und eine Immunantwort auslösen. Individualisierte Peptidvakzine sind ein Beispiel einer individualisierten Immuntherapie und sollen hier vorgestellt und diskutiert werden.   

 

10:50 - 11:30 Uhr

Anwendung von zell-freier DNA zur Therapieüberwachung bei systemischer Tumortherapie
Prof. Dr. med. Ekkehard Schütz, Göttingen
Bei vielen Malignomen fußt die Abschätzung der Effektivität von systemischen Therapien (Chemo-, Immun-, Radio/Chemotheraie) auf bildgebenden Verfahren zu bestimmten Zeitpunkten der meist in Zyklen gegebenen Therapie. Die häufigste Methode ist die standardisierte Bildgebung (RECIST) zur Bestimmung von Progression, Stillstand, oder Regression des Tumors. In vielen Fällen erfolgt die erste Untersuchung zum 4. Zyklus, da vorher keine hinreichend valide Aussage möglich ist.
Wir konnten in Studien nachweisen, dass die serielle Bestimmung von zell-freier Tumor DNA im Plasma von behandelten Patienten als ein guter Biomarker zur Therapiekontrolle geeignet ist, der sehr viel früher und mit großer Richtigkeit (~90%) den Therapieeffekt anzeigt, oft bereits nach dem ersten Zyklus der Therapie. Es wird eine Analytik verwendet, die auf dem Nachweis von Kopienzahlveränderungen basiert. Da diese in nahezu allen Malignomen auftreten, können auch nahezu alle Tumoren mit diesem Test (CNI-Monitor) untersucht werden. Im Vergleich dazu sind die konventionellen Tumormarker, wie CEA, CA15-2, CA19-9 weniger gut geeignet da diese nur in ca. 50% der Fälle den klinisch/radiologischen Verlauf korrekt widerspiegeln. Diese Tatsache könnte auf die sehr viel längeren Plasmahalbwertszeiten dieser Tumormarker im Vergleich zu zellfreier DNA (5-10 Tage vs. 15-60 min) zurückzuführen sein. Eine schnelle Dynamik ist bei solchen Monitoringansätzen ein großer Vorteil, insbesondere bei z.B. den neuen Immuntherapien, bei denen sowohl Pseudo- wie Hyperprogression auftreten können, die nach Studienlage sehr sicher durch den CNI-Monitor abzugrenzen sind.

 

11:30 - 12:10 Uhr

Clinical experiences: Immune modulation in the management of cancer
Prof. Angus Dalgleish, London (Großbritannien)
Cancer often arises in a chronic inflammatory setting which may account for the marked cell mediated immune suppression which occurs in the presence of many cancers and which reverts towards normal when tumours are removed. In stage 4 cancers which have spread it is necessary to correct this deficiency with immune modulators. We have focused on Thalidomide analogues, namely Revlimid and Pomalidomide which enhance the response
to vaccination. A number of other drugs also beneficially affect the immune response such as Gemcitabine and Naltrexone. Heat killed mycobacterium such as IMM 101 can greatly improve the response to chemotherapy as we have shown in a randomised trial in pancreatic cancer where the combination gave a superior PFS and OS compared to chemo alone. It is proposed that it is necessary to address this immune suppression by one of several ways on order to optimise standard treatments.