English program

Lunch-Symposium: Integrative Onkologie - mit Leben erfüllt!

Univ. Prof. Dr. med. Thomas J. Vogl, Frankfurt; Prof. Dr. Dr. med. Ben L. Pfeifer, Luzern (Schweiz)
13:00 - 14:30 Uhr
Kongresshaus, Kongresssaal III (2. OG)
Nachmittag Kongresssaal III (2. OG)
* Mit freundlicher Unterstützung der Firma BMT Braun GmbH, Stuttgart
 

„Integrative Onkologie“ ist ein Modewort geworden. Von der kleinsten Dorfpraxis bis hin zur renommierten Universitätsklinikum – wer in der Onkologie mitreden möchte, schreibt das Wort „integrativ“ auf seine Fahne. Oftmals bleibt dies jedoch nur gute Absicht, ein Lippenbekenntnis. Das ist schade, denn unsere langjährige Erfahrung zeigt, dass ein integrativer Behandlungsansatz sowohl die Lebensqualität, wie auch die Lebenserwartung von schwerkranken Krebspatienten verbessern kann. Um diese Chance allen Krebspatienten zu ermöglichen muss die Kluft zwischen Schul- und Alternativmedizin endlich überwunden werden. Weder Schulmedizin noch Komplementärmedizin haben einen Alleinvertretungsanspruch in Sachen Onkologie. Beide Disziplinen konnten die Krebs-Sterblichkeit in den letzten 30 Jahren nicht entscheidend senken. Am Ende eine traurige Bilanz, die nur verbessert werden kann, wenn beide Seiten damit aufhören sich zu bekriegen und gemeinsam bessere Lösungen für die Patienten finden. So ist der Gesamteffekt unserer heutigen Krebsmedizin - konventionell und komplementär – im entscheidenden Masse von der Bereitschaft zum interdisziplinären und integrativen Handeln abhängig.

 

Das Bestreben, modernste konventionelle Therapiemethoden mit erfolgreichen komplementären Behandlungen zum Wohle der Patienten zu verbinden, wird jedoch oftmals durch Unvermögen zur Zusammenarbeit torpediert. So sind Hochschul-Onkologen häufig nicht bereit, mit einem „Komplementär-Onkologen“, zu sprechen, oder gar zu kooperieren. Es besteht kein Interesse oder wenigstens Neugier gegenüber komplementären Therapie-Protokollen. Mit „überzeugtem Unwissen“ wird die Anwendung solcher Behandlungsmethoden kategorisch abgelehnt. Das ist einfacher, als sich damit auseinanderzusetzen! Auf der anderen Seite sind komplementär-onkologisch tätige Ärzte oftmals unkritisch gegenüber ihren eigenen Methoden und raten von Chemotherapie und Bestrahlung ab, auch wenn Patienten zumindest statistisch gesehen einen Überlebensvorteil von diesen toxischen Therapiemethoden erwarten können. Krebspatienten geraten so durch das Unvermögen beider Seiten zur Zusammenarbeit unter unnötigen Druck und verlieren möglicherweise Vorteile in Bezug auf Lebensqualität und Lebenserwartung. Diese schwierige Problematik der fehlenden Zusammenarbeit zwischen komplementären und schulmedizinischen Spezialisten haben meine Kollegen und ich bereits im Jahre 2006 in unserem Textbuch „Onkologie integrativ“ (ELSEVIER; ISBN: 978-3-437-56420-8) aufgegriffen. Seit Erscheinen dieses Buches hat sich für meine Patienten und mich persönlich in dieser Hinsicht jedoch vieles verbessert. Wir haben über Jahre einen direkten Zugriff zur Hochschulmedizin im In- und Ausland aufgebaut und arbeiten eng mit Onkologen, Gynäkologen, Immunologen und anderen Fachspezialisten zusammen. Die meisten Kollegen haben mit eigenen Augen sehen können, dass unsere komplementären Behandlungs-Protokolle Vorteile für Patienten bringen. Beharrlichkeit und eine aufrichtige persönliche Verbindung haben hier zum Ziel geführt. Zu Radiologen und insbesondere zu einem bestimmten interventionellen Radiologen haben wir eine ganz besondere Beziehung aufgebaut. So besteht seit Jahren eine exzellente Zusammenarbeit mit Herr Professor Vogl von der Uniklinik in Frankfurt am Main. Hier stellen wir einige Patienten vor, die von dieser Zusammenarbeit profitiert haben und ihre Lebensqualität sowie ihr Leben verlängern konnten.