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Die Konsequenzen der Segment-Anatomie

Kurs 28

Dr. med. Dr. phil. Thomas Ots, Graz
09:00 - 13:00 und 14:00 - 18:00 Uhr
Kongresshaus, Sitzungsraum 4 (1. OG)
Sonntag, 04.11.2018 Sitzungsraum 4 (1. OG)
 

Auch in China zeichnet sich zunehmend der Trend ab, die Akupunktur auf neurophysiologische Grundlagen zu stellen. Dabei zeigt sich, dass die Akupunktur nicht ein in sich geschlossenes System ist, sondern auf unterschiedlichen Mechanismen fußt, zum Bespiel lokale Reparaturvorgänge, myofasziale Funktionsketten, segmentale spinal und vegetativ getriggerte Reflexvorgänge: Allen gemeinsam ist die Reizung durch Druck oder Stich in einem bestimmten Körperareal als Anregung für die körpereigene Autoregulation.

 

Warum brauchen wir neue Denksysteme? Die großen deutschen Modellvorhaben (GERAC, ART) zwischen 2000 und 2006 warfen mit dem unerwartet guten Abschneiden der sogenannten Placebo- bzw. Sham-Akupunktur Fragen auf, die das alte Meridian-Modell nicht lösen konnte. Erst die Segment-Anatomie – innigst verbunden mit den Namen Head und Mackenzie und für die Akupunktur durch Ingrid Wancura-Kampik aufgeschlüsselt und weiterentwickelt – konnte eine umfassende Antwort liefern. Sie stellt derzeit – nicht für alle Fragen der Akupunktur – jedoch vor allem für die Therapie der inneren Organe die schlüssigste Akupunktur-Theorie dar. Und sie macht die Akupunktur viel einfacher!

 

Inhalte des Kurses

 

Neurophysiologische Grundlagen: Bedeutung von Segment – Viszerorom, Neurotom, Myotom, Sklerotom, Dermatom. Ausführliche Punktschemata aller innerer Organe. Wie ist die neue Strategie mit tradiertem wertvollem Punkte- und sonstigem Theoriewissen zu kombinieren? In welchem Maße darf es relativ fixe Punktkombinationen geben? Nebenwirkungen? Kontraindikationen? Umfassende Vorstellung von Fallbeispielen aus zehn Jahren Arbeit mit Segment-Akupunktur. Neu gegenüber dem Kurs der beiden letzten Jahre: die besondere Bedeutung der Myotome (siehe hierzu Ingrid Wancura-Kampik: Segment-Akupunktur, Kiener-Verlag München)