Ernährung, Nährstoffe, Prävention

Dr. med. Hans-Peter Friedrichsen, Merdingen
08:30 - 12:30 Uhr
Kongresshaus, Kongresssaal III (2. OG)
Vormittag Kongresssaal III · 2. OG
 
08:30 - 09:15 Uhr

COVID 19, Ernährung und Nährstoffe
Dr. med. Hans-Peter Friedrichsen, Merdingen

09:15 - 10:00 Uhr

Ernährungszahnmedizin – Ernährung, Nährstoffe, Zahngesundheit
Prof. Dr. med. dent. Johan Wölber, Freiburg

10:00- 11:00 Uhr

Pause und Besuch der Fachausstellung

11:00 - 11:45 Uhr

Arzneimittel als „Nährstoffräuber“
Uwe Gröber, Apotheker, Essen

11:45- 12:30 Uhr

Beschleunigtes Altern und Hormone
Prof. Dr. med. Alfred Wolf, Elchingen

Prof. Dr. Manfred Eggersdorfer, Frankenthal
14:30-18:15 Uhr
Kongresshaus, Kongresssaal III (2. OG)
Nachmittag Kongresssaal III · 2. OG
* Das Programm wurde gestaltet von der Gesellschaft für Vitaminforschung e.V. Samstag 29.10.2022 35
 
14:30–14:35 Uhr

Begrüßung
Prof. Dr. Manfred Eggersdorfer, Frankenthal

14:35–15:15 Uhr

Sicherheit von Nahrungsergänzungsmitteln am Beispiel Vitamin D
Dr. Szabolsz Péter, Kaiseraugst (Schweiz)

Vitamin-D-Toxizität (Vitamin-D-Intoxikation, Hypervitaminose D) kommt selten vor, aber wenn sie nicht rechtzeitig erkannt wird, die gesundheitlichen Folgen können schwerwiegend sein. Trotz der Tatsache, dass dieses Vitamin hauptsächlich in der Haut durch Sonnenlicht produziert wird, es wurde keine Vitamin-D-Toxizität beobachtet, die auf Sonneneinstrahlung zurückzuführen ist. Der Grund dafür ist, dass eine übermäßige UVB-Lichtexposition aus 7-Dehydrocholesterin und Cholecalciferol verschiedene, biologisch inerte Photoprodukte erzeugt. Eine Vitamin-D-Supplementierung in sehr hohen Dosen und bei langfristiger Einnahme kann Hyperkalzämie, Hyperkalziurie, Nephrolithiasis, Nierenfunktionsstörungen und Weichteilverkalkung auslösen. Serum-25-Hydroxyvitamin D [25(OH)D]-Konzentrationen von mehr als 375 nmol/l (150 ng/ml) weisen auf Vitamin-D-Toxizität aufgrund einer Überdosierung von Vitamin D hin.
Der Bericht des US Institute of Medicine (IOM) über die Referenzwerte für die Aufnahme von Vitamin D legte die tolerierbare obere Einnahmemenge (UL) für alle Erwachsenen auf 4.000 IE/Tag (100 μg/Tag) fest - eine Dosis, die wahrscheinlich kein Risiko für gesundheitsschädliche Auswirkungen auf fast alle Personen in der Allgemeinbevölkerung darstellt. Auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) legte die UL für Erwachsene, einschließlich schwangere und stillende Frauen, auf 4.000 IE/Tag fest. Trotz mangelnden Daten über hohe Vitamin-D-Einnahme bei Kindern und Jugendlichen, wurde die UL auch im Alter von 11-17 Jahren bei 4.000 IE/Tag festgelegt. Aufgrund der schnellen Knochenbildung und des Knochenwachstums es ist unwahrscheinlich, dass diese Altersgruppe im Vergleich zu Erwachsenen eine geringere Toleranz für Vitamin D aufweist. Gleiches gilt auch für Kinder im Alter von 1-10 Jahren, aber unter Berücksichtigung ihrer geringeren Körpergröße es wurde eine UL von 2.000 IE/Tag empfohlen. Für Säuglinge wurde die UL auf 1.000 IE/Tag festgelegt. Daten über die Vitamin-D-Zufuhr aus 14 europäischen Ländern deuten darauf hin, dass die Aufnahmemengen für alle Bevölkerungsgruppen unter den Grenzwerten liegen.
Es wurde auch vorgeschlagen, dass die UL auf 10.000 IE/Tag erhöht werden könnte, da Hyperkalzämie bei gesunden Menschen in niedrigeren Dosen selten beobachtet wird, und die meisten Berichte über andere Manifestationen der Vitamin-D-Toxizität (wie Apathie, Verwirrung,  wiederkehrendes Erbrechen, Bauchschmerzen, Polyurie, Polydipsie, Dehydratation, Arrhythmie, Nephrokalzinose) sind auf Dosen von mehr als 40.000 IE/Tag beschränkt. Bestimmte Erkrankungen können das Risiko einer Hyperkalzämie - als Reaktion auf Vitamin D - aufgrund der übermäßigen Produktion eines aktiven Vitamin-D-Metaboliten [1,25(OH)2D] erhöhen. Zu diesen Erkrankungen gehören der primäre Hyperparathyreoidismus, einige granulomatöse Erkrankungen und Lymphome.  Endogene Vitamin-D-Toxizität kann sich auch aus dem reduzierten Abbau von 1,25(OH)2D bei idiopathischer infantiler Hyperkalzämie oder aus einer übermäßigen Produktion von 25(OH)D und 1,25(OH)2D bei angeborenen Störungen wie dem Williams-Beuren-Syndrom entwickeln. Menschen mit diesen Erkrankungen können als Reaktion auf einen Anstieg der Vitamin-D-Aufnahme Hyperkalzämie entwickeln und sollten bezüglich irgendeiner Vitamin-D-Nahrungsergänzung ihren Arzt konsultieren.
 

15:15–16:00 Uhr

Interaktion von Nährstoffen mit Nahrungsergänzungsmitteln oder Medikamenten
Dr. med. Maria Wallert, Jena

16:00–17:00 Uhr

Pause und Besuch der Fachausstellung

17:00–17:15 Uhr

Ernährungsarmut
Prof. Dr. med. Hans-Konrad Biesalski, Stuttgart-Hohenheim

17:15–17:30 Uhr

Verleihung des GVF-Vitaminpreises
Prof. Dr. Manfred Eggersdorfer, Frankenthal

17:30–18:15 Uhr

Vortrag des Preisträger
Preisträger:in des GVF-Vitaminpreises 2022