Topthema Leistung und Psyche

Johannes Krebs, Zahnarzt, Ponto da Ilha, Lajes do Pico, Acores (Portugal)
08:30 -12:30 Uhr
Kongresshaus, Kongresssaal I (1. OG)
Vormittag Kongresssaal I (1. OG)
 
08:30–08:35 Uhr

Begrüßung und Einführung
Johannes Krebs, Zahnarzt, Ponto da Ilha, Lajes do Pico, Acores
(Portugal)

08:35–09:00 Uhr

Zusammenarbeit und Performance im Team optimieren durch kategoriale Kommunikations-Analyse nach Lüscher
Dr. med. Alexander Wunsch, Heidelberg

09:00–09:30 Uhr

Homöopathische Arzneimittel als Wegweiser für eine gelingende Lebensführung
Dr. med. Michael Elies, Laubach

09:30–10:00 Uhr

Brauchen Olympiasieger TCM? Psychische Stabilität und körperliche Leistungsfähigkeit durch TCM?
Prof. Dr. med. Dominik Irnich, München

10:00–11:00 Uhr

Pause und Besuch der Fachausstellung

 

11:00–11:30 Uhr

Der Januskopf von befundlosen Beschwerden und beschwerdefreien Befunden
Dr. med. Andrea Weichsel, Krefeld

In unseren hausärztlichen Praxen sehen wir täglich eine Vielzahl von Patienten mit sehr unterschiedlichem Leidensdruck.
Einige unserer Patienten bekommen eine neue Diagnose oder leben bereits mit einer schweren Erkrankung. Wir sind manchmal erstaunt, wie gut sie mit Lebenseinschränkungen aufgrund ihrer Erkrankung umgehen können.
Andere wiederum suchen uns wegen einer starken Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität auf, ohne dass eine schwere Erkrankung dahinter steht. Sie leiden manchmal schon seit Jahren unter ihren Symptomen. Zum Arzt wollen sie nicht gehen oder eine Diagnose konnte bisher nicht erhoben werden.
In unserer hausärztlich-naturheilkundlichen Praxis in Krefeld sind unklare gastrointestinale Beschwerden „unser täglich Brot“.
Anhand zweier Patientenbeispiele möchte ich diesen „Januskopf“ zwischen Patienten mit starken Beschwerden und im Wesentlichen blanden Befunden und anderen mit deutlich auffälligen Befunden, aber ohne großen Leidensdruck einmal näher beleuchten. Dazu zeige ich Ihnen den Fall einer Patientin mit Reizdarmsyndrom versus einem Patienten mit einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung. Diese beiden Beispielpatienten werden wir von der Anamnese, über die Diagnostik bis zur Therapie gemeinsam durchsprechen. Sie werden sehen, wie unterschiedlich diese beiden gastrointestinalen Erkrankungsbilder in Bezug auf den Leidensdruck, die diagnostischen Befunde und Therapie sein können.
 

11:30–12:00 Uhr

Open Label Plazebos und Effekte auf kognitive Leistungsfähigkeit
Dr. Helena Hartmann, Essen

12:00–12:30 Uhr

Integrative Medizin: Multimodale Therapiekonzepte bei Reizdarmsyndrom
Prof. Dr. med. Harald Matthes, Berlin
 

Das Reizdarmsyndrom (RDS) gehört zu den häufigsten Krankheitsbildern in der gastroenterologischen Praxis und hat eine Prävalenz von ca. 15-20% in Deutschland. Es betrifft vermehrt Frauen und führt zu einem hohen Leidensdruck der Betroffenen. Es hat eine Komorbidität von bis zu 60% mit psychischen Beschwerden, insbesondere einer Depression und Angststörung. Dabei kann die Reizdarmsymptomatik die psychischen Symptome, wie auch die psychischen Erkrankungen das Reizdarmsyndrom beeinflussen. Dieser enge Zusammenhang wird heute als Darm-Hirn-Achse beschrieben und basiert auf einem bio-psycho-sozialen Modell und deren Interaktionen. Daher ist auch die Genese des RDS meist multifaktoriell und reicht von postinfektiöser Hyperinflammation mit Störung des enterischen Nervensystems mit veränderter Sensitivität des Darmorgans und Mikrobiota über deren Schmerzverarbeitung bis hin zu posttraumatischen Ereignissen und veränderter Stressverarbeitung.
Die deutsche Reizdarmleitlinie sieht aufgrund der multifaktoriellen Ursachen auch ein breites Spektrum an Therapien vor. Angefangen von einer medikamentösen Therapie und diätetischen Ansätzen (Ballaststoffe, Probiotika) über Hypno- und Psychotherapie bis hin zu Entspannungstechniken und Yoga. 
Der Vortrag stellt eine Studie zu einem multimodalen integrativen Therapiekonzept aus der Anthroposophischen Medizin vor, welches neben o.g. Verfahren auch Kunsttherapie und spezielle Bewegungstherapien für 8 Wochen umfasste und zu einer signifikanten Verbesserung der Symptomatik (IBSSS-Score) und Lebensqualität führte und diese positiven Effekte nachhaltig auch nach 6 und 12 Monaten anhielten. Dabei stellte die Komorbidität von Depression und Angst einen starken prädiktiven Faktor für das jeweilige Ansprechen und deren Effektstärke der multimodalen Therapie dar.