Topthema Long-/Post-COVID

Robert Schmidt, Arzt, München
08:30 - 12:30 Uhr
Kongresshaus, Kongresssaal I (1. OG)
Vormittag Kongresssaal I · 1. OG
 
08:30–09:00 Uhr

Long-COVID – helfen Nährstoffe?
Dr. med. Volker Schmiedel, Baar (Schweiz)

09:00–09:30 Uhr

Homöopathie bei Long-/Post-COVID-Syndrom
Dr.med. Uwe Friedrich, Baltrum

09:30–10:00 Uhr

Behandlung von Long-Covid mittels Ganzkörperhyperthermie – Erste Eindrücke aus der Praxis
Noah S. Molinski, Dresden

10:00–10:30 Uhr

Pause und Besuch der Fachausstellung

 

10:30–11:00 Uhr

Stationäre naturheilkundliche Komplexbehandlung, insbesondere unter Einbezug der mGKHT bei Long-/Post-COVID-Syndrom
Robert Schmidt, München

1883 – eine Stifterin ist ihrer Zeit voraus. Für Julie Fürstin zu Oettingen-Wallerstein zählte der ganze Mensch und sie war eine Förderin der Naturheilkunde. Diesen Stiftungsauftrag erfüllt das KfN bis heute. Ihrer Zeit voraus setzte sich die Fürstin zusammen mit ihrer Familie und ihrem Schwager, dem damaligen Innenminister der Bayerischen Staatsregierung, für die Homöopathie und Naturheilverfahren ein und legte mit ihrer Stiftung von 51.000 Goldmark den Grundstein für das heutige KfN. Der Stiftungsauftrag beweist bis heute das soziale Engagement, da allen Menschen geholfen und diese Heilweise jedem offen stehen muss. Der Dienst am Menschen steht im  Mittelpunkt, der ganze Mensch zählt und ist unmittelbarer Mitspieler der therapeutischen Möglichkeiten, dem „Mehr als nur Schulmedizin“! Dies trifft auf ihre damalige Lebensweise zu, aber auch auf das Denken und Handeln des KfN heute. Die rechtsfähige öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts hatte damals wie heute den Auftrag, ein Krankenhaus unter besonderer Berücksichtigung der homöopathischen Heilweise zu unterhalten und wir werden auch zukünftig all unsere Kraft und unser gemeinsames Tun dafür einsetzen den Stiftungsauftrag zu erfüllen. Zu Ihrem Wohle und für Ihre Gesundheit.
Das Krankenhaus für Naturheilweisen (KfN) in München ist heute eine der größten Einrichtungen für eine stationäre integrative Versorgung im deutschsprachigen Raum. Es verfügt über 110 Betten und ist spezialisiert auf die integrative Behandlung chronisch kranker Patienten. Aus schulmedizinischer Sicht ist das KFN eine internistische Fachklinik, komplementärmedizinisch kommen vor allem die klassischen Naturheilverfahren nach Kneipp, die Ausleitenden Verfahren und die Homöopathie zum Einsatz. Es werden aber auch Elemente aus anderen komplementärmedizinischen Behandlungsansätzen integriert, wie z.B. Neuraltherapie oder Orthomolekularmedizin. Patienten mit chronischen Erkrankungen aus nahezu allen schulmedizinischen Fachgebieten können durchschnittlich einmal pro Jahr für etwa 10-14 Tage stationär aufgenommen werden. Auf diese Weise und dank unserer Krankenhausambulanz können wir den Patienten eine langfristige komplementärmedizinische Begleitung im Sinne einer integrativen Medizin anbieten. Im DRG-System ist neben dem sogenannten DRG-Erlös, der sich nur aus der führenden Diagnose ableitet, auch noch die Vergütung eines Zusatz-Entgeltes möglich, dass sich hier aus der Dokumentation einer naturheilkundlichen Komplextherapie (OPS 8-975.2 …) ergibt. Nur so ist der intensive Therapieaufwand, der weit über den einer konventionellen internistischen Abteilung hinausgeht, finanzierbar.
Natürlich stellt Homöopathie im Krankenhaus eine ganz besondere Herausforderung dar. Selten ist im dicht gedrängten Stationsalltag Zeit für eine vollständige klassische homöopathische Anamnese. Man hat gegenüber dem Praxisalltag aber auch einen großen Vorteil: man sieht den Patienten nicht nur bei einem einzigen, dafür längeren Termin, sondern in der Regel über mehrere Tage bis hin zu zwei Wochen fast täglich. Auch auf diese Weise kann eine umfassende homöopathische Anamnese zustandekommen. Allerdings ist es in der heutigen Zeit gar nicht mehr möglich, dass jede Station von einem homöopathisch erfahrenen Arzt betreut wird, daher müssen auch Wege und Mittel gefunden werden, zum Beispiel nur im Rahmen einer Oberarzt- und/oder Chefarztvisite pro Woche ein tiefergreifendes homöopathisches Mittel zu finden. Hierfür benötigt der homöopathische Arzt ein besonders umfassendes Wissen um die Leitsymptome kann trotzdem natürlich nicht in der und Kürze der Zeit an die Qualität einer Verschreibung eines niedergelassenen Kollegen hernareichen. Daher wurde die Klinikhomöopathie in früheren Zeiten auch mal ganz gerne als Bastard-Homöopathie beschimpft. Der Wandel der Zeit geht aber ganz eindeutig hin zu einer Integrativen Medizin, d. h. konventionelle Medizin und Komplementärmedizin auf Augenhöhe und in einem Miteinander, jeweils in einem individuell zusammengestellten Behandlungskonzept für den einelenen Patienten. Deswegen müssen wir uns ständig überlegen, ob wir wollen oder nicht, wie wir auch im hektischen Klinikalltag zu einer gut durchdachten und handfesten homöopathischen Verordnung kommen können.
Im Anschluss möchte ich noch die berufspolitische Bewegung Integrative Liste Medizin vorstellen

 

11:00–11:30 Uhr

Erfahrungen aus einer integrativen Praxis mit Long-/Post-COVID
Prof. Dr. med. Peter Gündling, Bad Camberg

11:30–12:00 Uhr

Naturheilkundliche Therapiemöglichkeiten des Long-COVID
Dr. med. Hedwig Obermayer, Fürth

12:00–12:30 Uhr

Ozonhochdosistherapie bei Long-/Post-COVID
Dr. med. J. Thalwitzer, Chemnitz