Nukleotide - der unterschätzte Schlüsselfaktor bei chronisch-inflammatorischen Pathologien

Christian Burghardt, München
12:45 - 14:15 Uhr
Kongresshaus, Auditorium
Mittag Auditorium (UG)
* Mit freundlicher Unterstützung der Fa. Mitocare GmbH & Co. KG, München
 

Alle chronisch-degenerativen und chronisch-inflammatorischen Pathologien zeichnen sich durch einen erhöhten Verschleiß an Zellen, Membranen und Zellorganellen aus. Neben der Ausschaltung der pathophysiologischen Promoter genießt die Regenerationsförderung entsprechend hohe Priorität. Dabei wird unterschätzt, dass die de-novo-Synthese zerstörter Strukturen eine enorme Expressionsleistung auf genetischer Ebene erfordert. Der dadurch erheblich erhöhte Bedarf an Nukleotiden trifft auf eine, den modernen Ernährungsgewohnheiten geschuldeten, Nukleotidarme Diät. Da zudem häufig signifikante intestinale Assimilationshindernisse bestehen, ergibt sich eine dramatische Schieflage zwischen Bedarf und Versorgung. Neueste Forschungsergebnisse belegen die durchschlagende und nachhaltige Effektivität von Nukleotidgaben im immunologischen, neuroplastischen und mitochondrialen Kontext. Die Berücksichtigung der Expressionsleistung sowie die Anerkennung der Tatsache, dass zahlreiche Schlüsselmoleküle des Energie- und Intermediärstoffwechsel auf Nukleotidbasis synthetisiert werden (beispielsweise ATP oder Tetrahydrobiopterin, aber auch elementare redoxrelevante Faktoren wie NADH oder NADPH) eröffnet neue Perspektiven in der Therapie zahlreicher chronischer Pathologien. Ziel des Vortrags ist es, auf Basis des aktuellen Forschungsstandes, evidenzbasierte Interventionsmöglichkeiten und Konzepte aufzuzeigen, die in der Praxis aufgrund ihrer technisch einfachen Durchführung aber therapeutisch durchschlagenden Wirkung einen erheblichen Benefit darstellen.